Unser Feuergarten
Hand aufs Herz! – Wer von Ihnen hat sich noch nie in die (Brenn-)Nesseln gesetzt, sei es in das Wildkraut selbst oder im übertragenen Sinne des aus dieser Pflanze abgeleiteten Sprichworts?
Seit Mai 2006 führt Der Weg zum Museumseingang führt durch einen (feuer-)botanischen Garten, in dem Brennnessel, Fackellilie, Feuerahorn, Lampionblume, Königskerze und Co. das „heiße“ Thema aus einem neuen Blickwinkel erschließen.
Der zündende Funke
Als kultureller Dienstleister greift das DFM – soweit es seine personellen wie finanziellen Resouren erlauben – gerne Anregungen seiner Besucher auf, sei es, dass diese ihren Niederschlag im Gästebuch oder im Rahmen von persönlichen Gesprächen mit den Gästeführern und Aufsichtskräften finden. So ergänzte ein mit einer Seniorengruppe seiner ländlichen Gemeinde angereister Pfarrer die Erläuterungen zum Thema Vorbeugender Brandschutz mit dem Einwurf, dass er beim Blättern im alten Pfarrbuch auf eine Notiz aus dem Jahr 1865 gestoßen sei, in welcher einer seiner Amtsvorgänger seinen Ärger über „Zigeuner und fahrendes Volk“ niedergeschrieben hatte, „die den gutgläubigen Bauern magische Kräuter gegen Feuersnot verkauften“, welche letztere sich als Abwehrzauber büschelweise unter den Dachfirst hängten. Dem Historiker kommt hier natürlich kein Geringerer als Karl der Große in den Sinn, der bereits 795 n. Chr. in seinen „capitulare de villis“ verordnete, dass sich jeder Bauer eine Dachwurz (Sempervivum sp.) als Blitzabwehr aufs Haus setzen solle. Der Gedankenblitz zum Aufbau eines Feuergartens war jedoch nicht mehr abzuwehren.
